Zutaten
Rohrzucker, z. T. gehärtete Pflanzenfette, Haselnüsse, Magerkakao, Magermilchpulver, Molkepulver, Emulgator Sojalecithin
Rohrzucker und Kakao sind die beiden Hauptbestandteile dieses Brotaufstrichs. Ihre Bedeutung erlangten die Rohstoffe während der Kolonialzeit, als der Anbau in den südlichen Ländern ausgeweitet wurde, um die Versorgung der europäischen Märkte zu sichern. Diese Strukturen bestehen auch heute noch, die Erzeuger setzen den Großteil der Produktion über den Weltmarkt ab und sind somit auf die Deviseneinnahmen aus dem Exporthandel angewiesen. Preisschwankungen auf dem Weltmarkt beeinflussen somit direkt das Einkommen von Staat und Produzenten. Die Einkommenssituation der Bauern hat sich in den letzten Jahren merklich verschlechtert, da sowohl bei Rohrzucker als auch bei Kakao seit langem drastische sinkende Preise zu verzeichnen sind. Zucker und Kakao der Equita-Schokocreme stammen von unseren Partnerinitiativen in Ecuador und Costa Rica.
MCCH – Kakao aus Ecuador
MCCH steht für "Maquita Cushunchic Comerzializando como Hermanos" und bedeutet "....handeln wie Brüder". 1984 wurde die Organisation MCCH auf Initiative des Priesters Padre Granziano gegründet. Sie engagiert sich auf vielfältige Weise für Menschen mit geringem Einkommen. Die Realisierung sozialer Entwicklungsprogramme und von Schulungsprojekten, der Ausbau der Fair Trade-Handelsbeziehungen, die Förderung der Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie der respektvolle Umgang mit den kulturellen Wurzeln, der Natur und der Familie sind die entscheidenden Prinzipien des Projektes, das zum Ziel hat, die Menschen sozial, politisch und kulturell zu stärken. Ein wichtiges Element der Organisation ist die "Comercialisadora", die Vermarktungsorganisation von MCCH. Die Comercialisadora bietet den Bauern mit dem Verkauf ihrer Produkte in eigenen Läden die Möglichkeit des Absatzes ohne Zwischenhändler. Die Produktpalette von MCCH reicht von über 2800 Handwerksprodukten bis hin zu Lebensmitteln wie Kakao, Zucker, Pilzen und Marmelade. "Maquita" ist der Teil der Organisation, der Kontakt mit den europäischen Fair Trade Organisationen hält. So bezieht die europäische Fair Handelsorganisation Oxfam-Wereldwinkels seit 1993 den Kakao von MCCH, um ihn dann zur Equita Schokocreme weiter zu verarbeiten.
Coopecañera - Rohrzucker aus Costa Rica
Neben Kaffee ist Zucker eines der wichtigsten Exportgüter Costa Ricas. Die Kooperative Coopecañera ist im Besitz einer eigenen Zuckerraffinerie in San Ramon. Dort wird das selbst angebaute Zuckerrohr zu braunem Rohrzucker verarbeitet. Coopecañera achtet beim Zuckeranbau auf umweltfreundliche Produktion. Die Kooperative hat zur Zeit rund 600 Mitglieder. Sie haben die Möglichkeit, verschiedene unterstützende Angebote, einerseits Erleichterungen bei Erntearbeiten und andererseits allgemeine technische Fragen betreffend, zu nutzen. Alle Mitglieder erhalten zertifiziertes Saatgut und können auf ein eigenes Kreditprogramm zurückgreifen. Auch der Austausch und die gegenseitige Unterstützung innerhalb den Mitgliedsgruppen wird von der Kooperative gefördert. Aufgrund von hoher Inflation und wirtschaftlicher Instabilität in Costa Rica ist die Situation von Coopecañera oft schwierig. Durch die Zusammenarbeit mit Oxfam-Wereldwinkels, die den Rohrzucker nach Europa importieren und ihn vor Ort zur Equita Schokocreme verarbeitet, und EL PUENTE können oben beschriebene Einflüsse in Grenzen gehalten werden. Diese Abnahme- und Zahlungsgarantien in Kombination mit den fairen Preisen sind für das Fortbestehen der Kooperative von großer Bedeutung.
Herkunft
Die ersten Menschen, die Kakao züchteten, waren die Olmeken, die vor mehr als 3000 Jahren in Mittelamerika lebten. Heute wird Kakao in zahlreichen Ländern der Tropen angebaut. Spitzenreiter bei der Kakaoproduktion ist die Elfenbeinküste, gefolgt von Ghana, Indonesien und Nigeria.
Pflanze
Der Kakaobaum ist eine Schattenpflanze des südamerikanischen Regenwaldes. Er wird 10 bis 15 Meter hoch. Der immergrüne Baum wird in der Kultur meist strauchig gehalten. An einem Baum wachsen pro Jahr einige Dutzend Beerenfrüchte. Sie sind 15 bis 20 cm lang. Wenn sie reif sind, ist ihre Farbe gelb oder rotbraun. Die Samen sind in einem weißen, süßen und schleimigen Fruchtmus, der Pulpa, eingebettet.
Herstellung
Damit die Kakaobohnen ihr typisches Aroma entwickeln, muss man sie fermentieren und rösten. Dazu entfernt man das Samen-Pulpa-Gemisch aus der Frucht und setzt es dann über mehrere Tage dem Angriff von Mikroorganismen aus. Nach Abbruch der Fermentation breitet man die Bohnen in der Sonne zum Trocknen aus oder trocknet sie maschinell.
Gehärtete Pflanzenfette
Viele Pflanzenfette haben den technologischen Nachteil, dass sie einen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren besitzen und deshalb bei Raumtemperatur flüssig bleiben. Man kann solche Fette künstlich härten: Harte Fette sind beinahe frei von Wasser, und haben einen höheren Schmelzpunkt – sie sind deswegen auch bei Raumtemperatur fest, unempfindlich gegen Luftsauerstoff (dadurch länger haltbar und stabil) und relativ geschmacksneutral. Es gibt auch natürliche feste Pflanzenfette, wie Kokos- oder Palmkernfett, das durch Pressen oder Extraktion aus den Kernen und Früchten gewonnen wird. Die häufigste Härtungsmethode ist das Hydratisieren: Dem Fett wird bei hohem Druck und hoher Temperatur Wasserstoff zugeführt – dieser reagiert mit den ungesättigten (Doppel-) Bindungen zwischen den Kohlenstoffatomen des Fettmoleküls und verändert sie zu gesättigten (Einfach-) Bindungen, die ein Fett fest machen. Danach schließt sich in der Regel eine Raffination (Reinigung von unerwünschten Begleitstoffen) des Fettes an ( Bleichen, Entsäuern u.ä. ), was dann den neutralen Geschmack bedingt.
Bei der Härtung können allerdings Transfettsäuren entstehen: Diese erhöhen das („schlechte“) LDL-Cholesterin und verringern das („gute“) HDL-Cholesterin, was den menschlichen Stoffwechsel negativ beeinflusst und Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördert.
Eine Fetthärtung ist deklarationspflichtig.
Haselnuss
Botanische gesehen gehört der Haselnussstrauch zu den Birkengewächsen. Als Nahrungsmittel bekannt war sie schon im Steinzeitalter.
Der Fettanteil der Nuss beträgt 60% und der Eiweißanteil 14%. Erwähnenswert ist die beachtliche Mengen an Kalzium und Kalium sowie die Vitamine B1, B2 und E.
Sowohl die Blütenpollen des Strauchs als auch die Nüsse können allergische Reaktionen hervorrufen.
Magermilchpulver
Milchpulver ist eine fast wasserfreie Trockenmasse. Diese entsteht durch Dehydrierung (Wasserentzug) der Milch. Verbunden ist dieses Verfahren mit einem hohem Vitaminverlust. Durch den Feuchtigkeitsentzug ist jedoch eine lange Haltbarkeit gegeben.
Magermilch (entrahmte Milch) hat einen maximalen Milchfettgehalt von 0,3%.
Molke
Es handelt sich um eine wässrige gelbgrüne Flüssigkeit die als Abfallprodukt bei der Käseherstellung entsteht. Sie besteht zu 94% aus Wasser und ist so gut wie fettfrei. Ihre Inhaltsstoffe sind Milchsäure, Milchzucker, Kohlenhydrate, Vitamin B1 und B6, Kalium, Kalzium, sowie hochwertiges Eiweiß (0,3-0,7%). Molke aktiviert den Stoffwechsel und wirkt entschlackend.
Sojalecithin (E 322)
Wird eingesetzt als natürlicher Emulgator, Stabilisator, Antioxidations- und Mehlbehandlungsmittel. Gewonnen wird Lecithin hauptsächlich aus Sojaöl. Es kann aber auch aus Sonnenblumen- oder Rapsöl gewonnen werden. Verwendung findet es häufig als Emulgator zur Verbindung von Fett und Wasser. Genutzt werden die Eigenschaften von Lecithin in Schokolade, Kakaoerzeugnissen, Margarine, Dessertmischungen, Brot und Gebäcken.
Es ist gesundheitlich unbedenklich.
Magerkakaopulver
Die Kakaomasse wird von der Kakaobutter getrennt. Zurück bleibt der Kakao-Presskuchen. Dieser wird staubfein zermahlen und kann dann hervorragend als Backzutat oder zur Puddingherstellung verwendet werden. Der Kakaobutteranteil (Kakaofett) beträgt in der Trockenmasse noch mindestens 8% und höchstens 20%. Geschmacklich ist das Pulver sehr herb.
Nährwert
Die ganzen Kakaobohnen enthalten ca. 54% Kakaobutter (Fett), ca. 12% Protein, 9% Zellulose, 7,5% Stärke und Pentosane, 6% Gerbstoffe und farbgebende Bestandteile, 5% Wasser, 2,6% Mineralstoffe und Salz, 2% organische Säuren, 1,2% Theobromin, 1% verschiedene Zucker und 0,2% Koffein.
100 g Schokoaufstrich enthalten 53 g Kohlenhydrate, 36 g Fett sowie 5 g Eiweiß und ergeben einen Brennwert von 2293 kJ (546 kcal).
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